Visit Västerbotten

Christus im Berg

Wir setzen uns in einen Bus und auf dem Weg zum Bergwerk Kristineberg hören wir die unwahrscheinliche Geschichte, die sich über die ganze Welt verbreitete. Es begann am 28. November 1946, als der Maschinenhauer Johan Olofsson kurz vor Mitternacht einen letzten Schuss im Abbauraum 6 in A-Erz auf 107,6 Meter Nivellement abgab.

Alles war wie immer und deshalb ging er auch wie üblich nach Hause. Am nächsten Morgen um fünf Uhr kam Albert Jönsson in den Schacht, um dort weiterzumachen, wo Olofsson aufgehört hatte. Als er hereinkam, empfing ihn eine zwei Meter hohe Christusgestalt auf der Wand. Im Licht der Scheinwerfer erschien die Gestalt in silberglänzendem weißem Serizitquarzit, eingerahmt von dunklerem Chloritquarzit ... Jönsson holte einen Kollegen, der die ungewöhnliche Formation ebenfalls sah. Dann machte er sich wieder an die Arbeit, aber jedes Mal, wenn seine Stirnlampe die Felswand beleuchtet, war die Christusgestalt dort..

Ein Fotograf wurde gerufen

Um acht Uhr machte der Obersteiger Erik Eriksson seine übliche Runde. Es war Frühstückzeit und die Leute waren zum Essen gegangen. Als der Obersteiger seinen Blick über das frische Bohrfeld schweifen ließ, um zu sehen, ob alles in Ordnung war, sah auch er den Christus an der Wand. Der Obersteiger rief nach einem Fotografen und erzählte dann denen, die er während seiner Inspektionsrunde traf, von dem Phänomen. Nach der Frühstückspause um zehn Uhr kamen die Berglaute, die von der Geschichte gehört hatten, um sich das Bild anzusehen.

Frommer Abstinenzler

Als der Maschinenhauer Johan Olofsson um zwei Uhr zurückkam, wurde er von Jönsson empfangen, der von dem Bild sprach und er erzählte, er sei gänzlich verstummt. Er wusste, das es Zufall war, dass die Sprengung das Bild nicht verschwinden ließ. Später wurde Olofsson fromm und Abstinenzler...
Das Gerücht verbreitete sich und das Bild wurde in der Zeitung "Norra Västerbotten" veröffentlicht. Die Leute pilgerten zum Bergwerk, um mit dem Aufzug hinunter auf 120 Meter zu fahren und dann eine senkrechte Leiter 13 Meter hinauf zu klettern. Viele brauchten Hilfe auf dem Weg, aber alle meinten, es sei die Mühe wert gewesen.

Das Bild verblasste

Alle Besucher wurden von einem Gefühl der Andacht ergriffen. Der Strom der Besucher riss nicht ab und auch die Arbeit ging weiter. Das Bild wurde dunkler und der Raum wurde mit Kies gefüllt, und nach einigen Monaten war das Bild nicht mehr zu sehen. Aber das Gerücht verbreitet sich, Ansichtskarten wurden von dem Bild hergestellt, das auch abgemalt wurde und sich jetzt als Altarbild in der Kirche von Björksele befindet.

Im Volksmund wurde der Vorfall mit einer Prophezeiung verknüpft, welche die Wollkünstlerin Lisa Johansson auf ihre Mutter zurückführte. Sie hatte erzählt, ihr sei offenbart worden, dass Christus sich zeigen werde und dass es ein Land gebe, in dem das Bild von Christus im Erdinneren begraben sei. Niemand wisse weder Tag noch Stunde, aber Christus werde sich drei Mal vor dem Tag des Jüngsten Gerichts zeigen.

Christus im Konsum

Als der Guide in seiner Erzählung bis hierher gekommen ist, haben wir 100 Meter unter der Erde erreicht und können den Bus verlassen, um die Unterirdische Kirche zu betreten, die in der Nähe der Stelle errichtet wurde, an der das Bild erschien. Die Kirch heißt Unterirdische Kirche Sancta Anna nach der HL. Anna, der Schutzheiligen der Bergleute. Kristineberg erhielt seinen Namen nach der Ehefrau Kristina des ersten Siedlers Karl Hultdin. Huldtin hatte aktiv Eisenerz suchen lassen und der Hof wurde verkauft, als das Unternehmen Boliden große Mengen Zink und Kupfer abbauen wollte.

Später hat man weiter über den Namen nachgedacht. Kann er nicht zurückzuführen sein auf: Krist-inne-i-berg (Christus im Berg?
Die Geschichte geht damit weiter, dass der Konsum in Kristineberg 1968 ungebaut wurde und dabei die Marmorplatten hinter der Kühltheke entfernt wurden. Der Geschäftsführer des Konsums Stig-Göran Sjöström hob die Platten in seinem Sommerhäuschen auf, wo man sie vielleicht noch verwenden konnte. Eines Tages drehte seine Frau eine Platte um und sah zu ihrem Erstaunen ein Christusbild, das dem aus dem Bergwerk sehr ähnlich war. Ja, es war fast identisch.
Christus hatte sich zum zweiten Mal gezeigt.

Hochzeitskirche

Heute befindet sich die Marmorplatte in der Kirche von Kristineberg und in der Unterirdischen Kirche ein großes fotografisches Bild. Wenn man schon unter der Erde ist, kann man gleich eine kleine Ausstellung von Grubenmaschinen ansehen. Im Café, in das wir zum Ausflugskaffee eingeladen wurden, kann man Schmuck kaufen. Und natürlich einen einfachen Ehering, denn die Kirche ist eine beliebte Hochzeitskirche geworden.