Visit Västerbotten

Steinadler fotografieren im Extrem

Stellen Sie sich vor, wie es wäre, wenn Sie ein paar Tage lang den ganzen Stress und Lärm hinter sich lassen, die frische Winterluft des Waldes einatmen und Auge in Auge dessen vierfüßigen oder geflügelten Bewohner begegnen - in der Rolle des Naturfotografen.

"Den meisten Gästen, die hierher kommen, geht es um die Winterlandschaft", sagt Conny, und pustet vorsichtig auf den heißen Kaffee im Becher. Conny ist Wildnisfotograf. Er ist in Kalvträsk stationiert und Steinadler sind seine Spezialität. Mit seinen oft extremen Nahaufnahmen der eindrucksvollen Vögel hat er sich einen Namen gemacht.
    "Wenn man vorsichtig ist, kann man so nah herankommen wie man will", sagt er und erzählt, dass er Adler mit handgehaltener Kamera aus der kurzen Entfernung von maximal knapp einem halben Meter fotografiert hat - in diesem Fall mit Weitwinkelobjektiv.
    "Normalerweise fotografieren wir aus sechs, sieben Metern Entfernung - mit Teleobjektiv - wenn es um Portraitfotografie geht, aber es ist genauso wichtig Gelegenheiten bieten zu können, die Tiere in richtig winterlicher Umgebung aufzunehmen." 

Ordentliche Verstecke

Naturfotografie ist nicht einfach. Sie verlangt eine ganze Menge Vorbereitung und Wissen, sowohl über Tiere, als auch über die Natur.
    "Derzeit habe ich drei Fotoverstecke auf Adler."
    Conny erzählt, dass sein größtes am Fuße des Naturschutzgebietes Vitbergen liegt.
    "Es ist gezimmert, hat Toilette und Kamin und Platz für vier Fotografen. So wird es nie richtig kalt, egal wie streng die Winterkälte auch ist."
    Er holt sein Handy und zeigt die Portraitaufnahme eines Königsadlers mit von Raureif bedecktem Federkleid.
    "So ein Foto kann man nur machen, wenn es -35 Grad hat." Conny erzählt, dass eines der Verstecke ganz neu ist.
    "Es liegt mitten in einem 200 Jahre alten Wald, auf einer Erhebung aus Sand, zwischen einem See und einem Moor. Das ist in weglosem Gebiet. Man braucht ein Boot oder einen Schneescooter, um dorthin zu gelangen."

Natürliche Begegnungen

Steinadler verteidigen ihr Revier stark und lassen ungern andere Adler in ihr Gebiet.
    "Aber wenn es im Winter kalt wird und es schwieriger ist, an Futter heranzukommen, begeben sie sich oft auf längere Futtersuchen hinaus." Vor vielen Jahren hat Conny von einem seiner Verstecke aus einen jungen Steinadler fotografiert. Er war beringt, und ihm gelang eine Aufnahme des Ringes, anhand dessen sich herausstellte, dass der Vogel aus Finnland stammte.
    "Er hat von einem der Adler, die hier sein Revier hat, ordentlich Prügel bekommen und als er böse verwundet über das Moor hinweghumpelte, dachte ich, "den habe ich wohl zum letzten Mal gesehen." Aber eines Morgens, acht Jahre später, entdeckte ich einen Adler, der genau auf demselben Zweig saß, wie jener junge Steinadler es getan hatte. Du weißt ja, Steinadler haben ihre Lieblingszweige. Diesmal saßen zudem zwei Adler in dem Baum. "Das kann doch nicht möglich sein", dachte ich. Doch es zeigte sich, dass es derselbe Vogel war, der nun eine Partnerin gefunden hatte und wieder zu Besuch war.
    "Erlebnisse mit Wildtieren lassen sich schwer planen", sage ich lächelnd. 

Internationale Naturerlebnisse 

Die Fotografen, die Conny besuchen, sind üblicherweise geschickte Amateurfotografen und oft so fachkundig wie Profifotografen, wenn nicht noch mehr.
    "Semi-Professionelle würde man sie vielleicht nennen", sagt Conny. Sie haben eine unglaubliche Hingabe und wissen die Augenblicke zu schätzen, in denen sich alles zusammenfügt.
    In gewisser Hinsicht hat Kalvträsk, auf dieselbe Art wie Spitzbergen, das Great Barrier Reef und der Yellowstone, wegen der einzigartigen Naturerlebnisse hier die Aufmerksamkeit von Fotografen auf der ganzen Welt auf sich gezogen. Und die Kombination aus extremen Nahaufnahmen und großartigen landschaftlichen Umgebungen, zusammen mit der hohen Kompetenz von Conny sind der Grund, weshalb Fotografen von weither das kleine Dorf besuchen.
    "Außerdem beeindruckt es so gut wie alle, wie still und dunkel es hier oben in den Wäldern werden kann."
    Und diese Dunkelheit ist gar nicht so schlecht. In den letzten Jahren hat sich nämlich eine zunehmend größere Nachfrage nach Nordlicht und Nachtfotografie entwickelt.
    "Dank des sehr geringen Streulichts dort, wo wir uns befinden, haben Sie hier fantastische Voraussetzungen, um das Nordlicht, den Sternenhimmel, ja tatsächlich die ganze Milchstraße zu fotografieren." Conny stellt den leeren Kaffeebecher auf dem Tisch ab. Jetzt war er aber auch lang in der Zivilisation.

Lesen Sie mehr über Conny Lundström und seine Fotoerlebnisse auf www.connylundstrom.com
Interessieren Sie sich für weitere, wundervolle Erlebnisse der Naturfotografie in Skellefteå?
Dann gehen Sie auf www.lantlivlodge.com